1.  
Worum geht es bei der Ortsplanungsrevision?

In der Ortsplanungsrevision wird die künftige räumliche Entwicklung von Oberägeri geplant. Es wird festgelegt, in welchen Zonen wie gebaut werden darf. Die Bestimmungen für das Bauen werden auf den aktuellen Stand gebracht. Mit der Revision können die Ziele und Massnahmen der Vorarbeit «Räumliches Bild Ägeri» weiterentwickelt, ergänzt und in rechtsverbindliche Festlegungen umgesetzt werden. Es kann geklärt werden, in welcher Art und wie in Zukunft gebaut werden kann, wo allenfalls dichter gebaut werden soll und wo nicht. Zusätzlich besteht ein wesentlicher Teil darin, die Bestimmungen auf den aktuellen rechtlichen Stand zu bringen, wie z. B. bezüglich der neuen Anwendung der Ausnützungsziffer.

2.  
Von welchem Wachstum der Einwohner- und Arbeitsplatzzahlen kann ausgegangen werden?

Der Kantonale Richtplan sieht für Oberägeri ein Wachstum der Bevölkerung von 5'994 im Jahr 2016 auf 6800 Personen im Jahr 2040 vor. Dies entspricht rund 800 Personen oder 13.5 % in 23 Jahren bzw. 35 Personen oder ca. 0.6 % pro Jahr.

Per 31.12.2020 zählte die Gemeinde Oberägeri bereits eine Bevölkerung von 6300 Personen, was einem Wachstum von rund 300 Personen in 4 Jahren oder 75 Personen pro Jahr entspricht. Mit diesem Wachsum wäre das prognostizierte Wachstum gemäss Kantonalen Richtplan bereits im Jahre 2027 erreicht. Die Prognosen des Kantonalen Richtplans dürften also nicht stimmen.

Gemeinderat und Strategiekommission möchten mit der Ortsplanungsrevision deshalb ein Wachstum unabhängig von Bevölkerungszahlen anstreben. Ziel ist ein qualitatives Wachstum für gewisse Zielgruppen. So sollen vorallem Mietwohnungen für junge Einheimische, für Familien und Alterswohnungen entstehen. Die restlichen Bereiche sollen eher zurückhaltend wachsen.

3.  
Wer entscheidet über die Ortsplanung?

Die Ortsplanung wird voraussichtlich im Herbst 2022 / Frühjahr 2023 von der Bevölkerung in einer Abstimmung beschlossen. Davor erfolgt die öffentliche Auflage. Über die Einwendungen entscheidet ebenfalls der Souverän auf Grund der Anträge des Gemeinderates. Der Regierungsrat des Kantons Zug genehmigt die Ortsplanung nach dem Beschluss durch den Souverän und setzt sie in Kraft.

4.  
Wie wird die Bevölkerung in die Planung eingebunden?

Die Arbeitsgruppen bestehen aus rund 30 Vertreter/innen der Bevölkerung. Weiter kann im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung sowie im Rahmen diverser Umfragen die eigene Meinung eingebracht werden. Auch eine Ideenbox stand zur Verfügung und nicht zuletzt fanden diverse Gespräche mit Direktbetroffenen statt.

5.  
Welche Auswirkungen hat die Ortsplanungsrevision für mich als Grundeigentümer?

Die Ortsplanungsrevision regelt für die nächsten 15 Jahre die baurechtlichen Rahmenbedingungen für die Grundeigentümer. Es ist wichtig, dass diese sich mit der Planung auseinandersetzen. Vieles wird sehr ähnlich bleiben, es kann aber sein, dass sich für einzelne in Bezug auf zukünftige Bauvorhaben Veränderungen, wie z. B. mehr Ausnützung, dafür mehr Qualität in der Umgebung und ähnliches ergeben. Eine aktive Auseinandersetzung mit der Ortsplanung wird allen Grundeigentümer im Rahmen der angebotenen Mitwirkungsmöglichkeit empfohlen.

6.  
Welche Vorteile entstehen mit der revidierten Ortsplanung für die Bevölkerung?

Die Ortsplanung will neue Entwicklungsmöglichkeiten für Junge und das einheimische Gewerbe innerhalb der bestehenden Siedlungen schaffen und den Baulandbedarf reduzieren. Es wird versucht Plätze aufzuwerten und ein lebendiges Zentrum zu schaffen. Die Seezugänglichkeit soll verbessert und der Verkehr erträglicher gemacht werden. Die Baubestimmungen schaffen Rechtssicherheit für alle Beteiligten. Vorbildliches Bauen in den einzelnen Dorfteilen soll gefördert werden.